Angedacht am 7. Februar

Liebe Lesende,

die Frage ist doch,
ob es sich rentiert.
Ich meine,
dass wir Tag für Tag
wieder aufstehen, frühstücken und
was anfangen miteinander.
Dass wir zuhören, einkaufen,
Pläne machen,
uns Zeit nehmen und
die Kinder erziehen.
Ob sich das alles rentiert,
das ist doch die Frage.
Ob was dabei rauskommt.
Sieht es denn nicht öfters so aus,
als wäre alles umsonst?
Dass man sich einsetzt, immer wieder,
das man was drangibt und
trotz allem immer wieder aufsteht und loslegt.
Wenn es sich doch wenigstens lohnen würde,
am Ende
irgendwie.
 
Jesus hat einmal
dazu eine Geschichte erzählt
und die geht so:
Ein Sämann sät.
Das ist sein Job.
Und das macht er...
-naja, wie soll man sagen-
mehr schlecht als recht?
Er wirft das Saatgut,
einfach raus,
das Saatgut,
mühsam vor den hungrigen Mäulern im Winter gerettet,
wahllos in der Gegend ausgesät.
Mit vollen Händen – Alles muss raus !
Gut und schön.
Aber es kommen allerhand Komplikationen dazwischen.
Es geht nämlich keineswegs alles auf,
es geht sogar jede Menge unter.
Es geht auffallend viel daneben.
Da gibt es nämlich Felsen,
auf denen wächst halt nichts.
Dornen und Gestrüpp,
die wachsen immer schneller,
Vögel picken's weg auf dem Weg,
und da, wo es zuerst so ausschaut,
dass es am besten klappt,
da klappts bald gar nicht,
weil es zu wenig Grund gibt,
und grundlos ist noch nie was passiert.
Mit anderen Worten:
Es gibt allerhand Ausfall.
 
 
Dann kommt die Ernte.
Und es stellt sich heraus,
dass es sich doch gelohnt hat.
Nicht überall zwar
und nicht an jedem Ort.
Aber auf dem guten Land,
da ist was gewachsen,
da gibt es Früchte,
unterschiedlich viel zwar auch dort,
aber am Ende doch allerhand.
 
 
Dabei hat es definitiv jede Menge Frust gegeben.
Jesus ist da ganz realistisch.
Wer sät, muss auch wissen,
dass jede Menge verloren geht.
Aber das soll uns nicht daran hindern,
mit vollen Händen und Herzen auszustreuen,
vorbehaltlos zu investieren.
 
Vielleicht ist so ein Sämann
heute auch als LehrerIn unterwegs ?
Die handeln immer so,
jedenfalls die guten.
Nicht dass sie ihre SchülerInnen
aus dem Gleichnis einteilen,
je nach Beschaffenheit:
Du bist „Weg“: Bei dir ist Hopfen und Malz verloren.
Du bist „Fels“: Du willst zwar lernen, aber kannst nicht recht.
Du bist „Dornen“: Du hast alles andere als die Schule im Kopf.
Und Du bist „gute Erde“: Das könnte etwas mit dir werden.
Jede(r) LehrerIn weiß, dass die Jugendlichen
unterschiedliche Möglichkeiten haben.
Und trotzdem werfen die LeherInnen
ihr Saatgut verschwenderisch in die Klasse,
weil sie wissen,
dass jedes Korn immer wieder seine eigene Chance hat.
Das Risiko ist also einzugehen.
Und missliche Bedingungen gibt es auf jedem Feld,
und nicht nur in der Schule,
auch in jeder Beziehung,
in jeder Familie,
in jedem Verein,
in jeder Gemeinde,
an allen Orten.
Und ganz gewiss auch in der Kirche!
 
Mach dich deshalb bloß nicht vom Acker!
sagt Jesus.
Nur weil nicht alles wächst,
was Du ausstreust und
was dir am Herzen liegt,
wenn es mit dem Wort Gottes zu tun hat,
dann lohnt es sich immer zu säen.
Es ist nicht alles umsonst. E
twas wächst bestimmt.
Was wächst,
das ist und bleibt
ein göttliches Geheimnis.
 
Pastor Günther Suckow